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Nachhaltigkeit

N A C H H A L T I G K E I T 



Das www.buergerprojekt-solarstrom.de zeigt für die Photovoltaik einen möglichen Weg auf, eine nachhaltige Energieversorgung aufzubauen.

Das Themenfeld Nachhaltigkeit in der Energieversorgung wird von mir auf verschiedene Art und Weise bearbeitet. Zu aktuellen Fragen werde ich immer wieder Stellung beziehen.
Die beispielhaften und vollständigen Artikel finden sie auf den nachfolgenden Seiten.

Der Preis ist heiß – Erdöl für den Meistbietenden
von Buergerprojekt @ 29. Juni 2008

Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems,
das gelöst werden will. (Galileo Galilei)

Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen. (Max Planck)

Manche sprechen von einem Monster, das wir nicht sehen können und das dennoch da sein soll. Es werden Fragen gestellt wie: „Wer ist schuld am hohen Ölpreis?“ Je nach Interessenlage lautet die Antwort: die Spekulanten, die Ölförderstaaten, die Energiekonzerne, die Staaten, welche das Öl (Benzin u.a.) zu hoch besteuern oder auch die Staats-, Investment-, Hedgefonds oder andere anonyme Organisationen.

Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden.
Es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.
(Johann Wolfgang von Goethe)



Öko-Institut - Analyse im Auftrag des WWF zum CO2-Emissionshandel
von Buergerprojekt @ 20. Juni 2008

Die Gewinnmitnahmen deutscher Stromerzeuger in der zweiten Phase des EU-Emissionshandelssystems (2008-2012) Eine Kurzanalyse für die Umweltstiftung WWF Deutschland Berlin, 14. Mai 2008
Dr. Felix Chr. Matthes Öko-Institut
Die Kernaussage der Analyse:
E.ON werde auf diese Weise in den nächsten Jahren voraussichtlich 11 Milliarden Euro einstreichen; bei RWE seien es 9,0 und bei Vattenfall immer noch rund 6,6 Milliarden Euro. Auch EnBW und Evonik können mit Zusatzeinnahmen von 6,0 bzw. 2,3 Milliarden rechnen.

Mehr zum Thema CO2-Emissionshandel finden Sie auf der Website des WWF-Deutschland.



Entwicklung der erneuerbaren Energien in
Deutschland im Jahr 2007
von Buergerprojekt @ 27. Mai 2008

Lesen Sie die neuesten Zahlen zu den Erneuerbaren Energien in Deutschland. Das BMU hat hierzu im März 2008 eine umfangreiche Präsentation veröffentlicht.
Eine nachhaltige Marktwirtschaft ist keine Utopie mehr.
http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/39830/


IPCC - Klimabericht - Teil 1, 2, 3, 4 - 2007 - Klimawandel - Energiewandel
von buergerprojekt @ 02. Dez. 2007

IPCC - 4. Sachstandsbericht zur Klimaänderung
Stand: 17.11.2007
Klimaschutz
[/english/climate/current/doc/print/39764.php]
IPCC legt 4. Sachstandsbericht zur Klimaänderung vor
Übersicht über die Berichte der Arbeitsgruppen
Der Einfluss des Menschen auf das Klima ist wissenschaftlicher Fakt. Dies verdeutlicht der 4. Sachstandsbericht der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Klimaänderungen (IPCC) der in verschiedenen Arbeitsgruppen seit Februar 2007 vorgestellt wird. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dieses Weltklimarates, der unter dem Dach der Vereinten Nationen arbeitet, sind eine entscheidende Grundlage für die notwendige Klimapolitik auf internationaler Ebene, der Europäischen Union und Deutschlands. Nur wenn die Erkenntnisse der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft in den politischen Prozess einfließen und die Empfehlungen umgesetzt werden, kann eine Reduzierung des Klimawandels auf ein für die Gesellschaft beherrsch-bares Maß reduziert werden.
Der vierte IPCC-Sachstandsbericht besteht aus drei Teilbänden:



McKinsey und BDI initiativ – Wirtschaft für Klimaschutz
von Buergerprojekt @ 03. Nov. 2007

Kosten und Potentiale der Vermeidung von Treibhausgasemissionen in Deutschland
Eine Analyse von Dietmar Helmer zur Studie vom 25.09.2007 von McKinsey, welche im Auftrag von „BDI initiativ – Wirtschaft für Klimaschutz“ erstellt wurde.



DIW – Kemfert – Kosten – Klimawandel
von Buergerprojekt @ 18. März 2007

Im Wochenbericht 11/2007 wurde vom DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) durch Frau Prof. Claudia Kemfert die sehr beeindruckende Zahl von EUR 800.000.000.000 als Deutschlands Kosten für den Klimawandel von 2007 bis 2050 veröffentlicht.
Bis zum Jahr 2100 sollen diese Kosten sogar EUR 3.000.000.000.000 betragen.
Die Medien schreiben diese Zahlen ungefiltert ab, stellen Weltuntergangsszenarien dar und beschwören die Klimakatastrophe. Leider habe ich noch keinen einzigen Bericht gesehen, der diese Monsterzahlen auf Ihren Realwert reduziert.
Mal ganz davon abgesehen, dass die Wirtschaftsinstitute nicht mal ernsthaft in der Lage sind, die Konjunktur- und Steuerdaten für das nächste Jahr richtig zu bestimmen, sollte doch jeder Betrachter solcher „Studien“ sich fragen, was diese Zahlen eigentlich sollen.
Leider werden die Datenbanken dieser Studie bisher nicht veröffentlicht, sodass es nicht möglich ist, die Annahmen, die diesen Zahlen zu Grunde liegen zu prüfen.


Weitere Artikel zur Nachhaltigkeit finden Sie in meinen Blogs, z.B. auf

buergerprojekt.blog.de
nachhaltigkeit.blog.de
lobbyismus.blog.de
nachhaltige-marktwirtschaft.blogspot.com
dietmar-helmer.blogspot.com



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N A C H H A L T I G E   E N T W I C K L U N G   -   D E K L A R A T I O N   V O N   R I O   1 9 9 2 

Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung
(Rio-Deklaration von 1992)

riodeklarationderunovon1992.pdf [15 KB]

Präambel

Die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung zusammengekommen in Rio de Janeiro vom 3. bis 14. Juni 1992, in Bekräftigung der am 16. Juni 1972 in Stockholm verabschiedeten Erklärung der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen sowie in dem Bemühen, darauf aufzubauen, mit dem Ziel, durch die Schaffung von neuen Ebenen der Zusammenarbeit zwischen den Staaten, wichtigen Teilen der Gesellschaft und der Bevölkerung eine neue und gerechte weltweite Partnerschaft aufzubauen, bemüht um internationale Übereinkünfte, in denen die Interessen aller geachtet werden und die Integrität des globalen Umwelt- und Entwicklungssystems geschützt wird, in Anerkennung der Unteilbarkeit der Erde, unserer Heimat und der auf ihr bestehenden Wechselbeziehungen stellt fest:

Grundsatz 1

Die Menschen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung. Sie haben das Recht auf ein gesundes und produktives Leben im Einklang mit der Natur.

Grundsatz 2

Die Staaten haben im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen und den Grundsätzen des Völkerrechts das souveräne Recht, ihre eigenen Ressourcen im Rahmen ihrer eigenen Umwelt- und Entwicklungspolitik zu nutzen und haben die Verantwortung, dafür Sorge zu tragen, dass Tätigkeiten unter ihrer Hoheitsgewalt oder Kontrolle der Umwelt anderer Staaten oder Gebieten außerhalb nationaler Hoheitsgewalt keinen Schaden zufügen.

Grundsatz 3

Das Recht auf Entwicklung muss so erfüllt werden, dass den Entwicklungs- und Umweltbedürfnissen heutiger und künftiger Generationen in gerechter Weise entsprochen wird.

Grundsatz 4

Eine nachhaltige Entwicklung erfordert, dass der Umweltschutz Bestandteil des Entwicklungsprozesses ist und nicht von diesem getrennt betrachtet werden darf.

Grundsatz 5

Die Beseitigung der Armut als unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung ist eine Aufgabe von grundlegender Bedeutung, die der Zusammenarbeit aller Staaten und aller Völker bedarf, um die Ungleichheit der Lebensstandards zu verringern und den Bedürfnissen der Mehrheit aller Menschen besser gerecht zu werden.

Grundsatz 6

Vorrang gebührt in erster Linie der besonderen Situation und den besonderen Bedürfnissen der Entwicklungsländer, vor allem der am wenigsten entwickelten Länder und der Länder, deren Umwelt am verletzlichsten ist. Internationale Maßnahmen im Bereich Umwelt und Entwicklung sollen auch auf die Interessen aller Länder gerichtet sein.

Grundsatz 7

Die Staaten arbeiten im Geist einer weltweiten Partnerschaft zusammen, um die Gesundheit und die Unversehrtheit des Ökosystems der Erde zu erhalten, zu schützen und wiederherzustellen. Angesichts der unterschiedlichen Beiträge zur Verschlechterung der globalen Umweltsituation, tragen die Staaten gemeinsame, jedoch unterschiedliche Verantwortlichkeiten. Die entwickelten Staaten erkennen ihre Verantwortung an, die sie beim weltweiten Streben nach nachhaltiger Entwicklung im Hinblick auf den Druck, den ihre Gesellschaften auf die globale Umwelt ausüben, sowie im Hinblick auf die ihnen zur Verfügung stehenden Technologien und Finanzmittel tragen.

Grundsatz 8

Um eine nachhaltige Entwicklung und eine bessere Lebensqualität für alle Menschen zu erlangen, sollen die Staaten nicht nachhaltige Produktions- und Verbrauchsstrukturen abbauen und beseitigen und eine geeignete Bevölkerungspolitik fördern.

Grundsatz 9

Die Staaten sollen zusammenarbeiten, um den Ausbau der im Land selbst vorhandenen Kapazitäten für eine nachhaltige Entwicklung zu stärken, indem das wissenschaftliche Verständnis durch den Austausch wissenschaftlicher und technologischer Kenntnisse verbessert und die Entwicklung, Anpassung, Verbreitung und Weitergabe von Technologien, einschließlich neuer und innovativer Technologien, gefördert werden.

Grundsatz 10

Umweltfragen werden am besten unter Beteiligung aller betroffenen Bürger auf der jeweiligen Ebene behandelt. Auf nationaler Ebene erhält jeder einzelne angemessenen Zugang zu den im Besitz der öffentlichen Verwaltungen befindlichen Informationen über die Umwelt, einschließlich Informationen über Gefahrstoffe und gefährliche Tätigkeiten in ihren Gemeinden, sowie die Möglichkeit, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Die Staaten erleichtern und fördern die öffentliche Bewusstseinsbildung und die Beteiligung der Öffentlichkeit, indem sie Informationen in großem Umfang verfügbar machen. Wirksamer Zugang zu Rechts- und Verwaltungsverfahren, einschließlich der Abhilfe und des Rechtsbehelfs, wird gewährt.

Grundsatz 11

Die Staaten verabschieden wirksame Umweltgesetze. Umweltnormen, Bewirtschaftungsziele und -prioritäten sollen die umwelt- und entwicklungspolitischen Zusammenhänge widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Normen, die in einigen Ländern Anwendung finden, können in anderen Ländern, insbesondere in Entwicklungsländern, unangemessen sein und zu nicht vertretbaren wirtschaftlichen und sozialen Kosten führen.

Grundsatz 12

Die Staaten sollen gemeinsam daran arbeiten, ein stützendes und offenes Weltwirtschaftssystem zu fördern, das in allen Ländern zu Wirtschaftswachstum und nachhaltiger Entwicklung führt, um die Probleme der Umweltverschlechterung besser angehen zu können. Umweltbezogene handelspolitische Maßnahmen sollen weder ein Mittel willkürlicher oder ungerechtfertigter Diskriminierung noch eine verdeckte Beschränkung des internationalen Handels darstellen. Einseitige Maßnahmen zur Bewältigung von Umweltproblemen außerhalb des Hoheitsbereichs des Einfuhrlands sollen vermieden werden. Maßnahmen zur Bewältigung grenzüberschreitender oder weltweiter Umweltprobleme sollen soweit möglich auf internationalem Konsens beruhen.

Grundsatz 13

Die Staaten entwickeln innerstaatliches Recht zur Haftung und Entschädigung der Opfer von Umweltverschmutzungen und anderen Umweltschäden. Außerdem arbeiten die Staaten zügig und entschlossener daran mit, das Völkerrecht im Bereich der Haftung und Entschädigung für nachteilige Auswirkungen von Umweltschäden weiterzuentwickeln, die durch Tätigkeiten unter ihrer Hoheitsgewalt oder Kontrolle in Gebieten außerhalb ihres Hoheitsbereichs verursacht werden.

Grundsatz 14

Die Staaten sollen tatkräftig zusammenarbeiten, um die Verlagerung und den Transfer in andere Länder von Tätigkeiten und Stoffen, die zu einer starken Umweltverschlechterung führen oder sich für die Gesundheit des Menschen als schädlich erweisen, zu erschweren oder zu verhindern.

Grundsatz 15

Zum Schutz der Umwelt wenden die Staaten im Rahmen ihrer Möglichkeiten weitgehend den Vorsorgegrundsatz an. Drohen schwerwiegende oder bleibende Schäden, so darf ein Mangel an vollständiger wissenschaftlicher Gewissheit kein Grund dafür sein, kostenwirksame Maßnahmen zur Vermeidung von Umweltverschlechterungen aufzuschieben.

Grundsatz 16

Die nationalen Behörden sollen sich bemühen, die Internalisierung von Umweltkosten und den Einsatz wirtschaftlicher Instrumente zu fördern, wobei unter gebührender Berücksichtigung des öffentlichen Interesses und ohne Störung des Welthandels und internationaler Investitionen dem Ansatz Rechnung getragen wird, dass grundsätzlich der Verursacher die Kosten der Verschmutzung trägt.

Grundsatz 17

Als nationales Instrument werden bei Vorhaben, die wahrscheinlich wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt haben und der Entscheidung durch eine zuständige nationale Behörde bedürfen, Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt.

Grundsatz 18

Die Staaten unterrichten andere Staaten sofort über Naturkatastrophen oder andere Notfälle, die wahrscheinlich zu plötzlich auftretenden schädlichen Auswirkungen auf deren Umwelt führen. Die Völkergemeinschaft macht alle Anstrengungen, um den so betroffenen Staaten zu helfen.

Grundsatz 19

Die Staaten unterrichten möglicherweise betroffene Staaten über Tätigkeiten, die wesentliche nachteilige grenzüberschreitende Auswirkungen haben können, im voraus und rechtzeitig, stellen ihnen sachdienliche Informationen zur Verfügung und konsultieren sie frühzeitig und in redlicher Absicht.

Grundsatz 20

Frauen kommt in Fragen der Umwelt und Entwicklung eine grundlegende Rolle zu. Ihre volle Einbeziehung ist daher für eine nachhaltige Entwicklung wesentlich.

Grundsatz 21

Die Kreativität, die Ideale und der Mut der Jugend der Welt sollen mobilisiert werden, um eine weltweite Partnerschaft zu schaffen und so eine nachhaltige Entwicklung und eine bessere Zukunft für alle zu sichern.

Grundsatz 22

Eingeborenen Bevölkerungsgruppen und ihren Lebensgemeinschaften sowie anderen ortsansässigen Gemeinschaften kommt aufgrund ihres Wissens und ihrer traditionellen Lebensformen eine grundlegende Rolle in Fragen der Umwelt und Entwicklung zu. Die Staaten sollen deren Identität, Kultur und Interessen anerkennen und gebührend unterstützen und ihnen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung eine wirksame Beteiligung ermöglichen.

Grundsatz 23

Die Umwelt und die natürlichen Ressourcen der Völker, die in Unterdrückung, unter Fremdherrschaft und Besatzung leben, werden geschützt.

Grundsatz 24

Kriegführung wirkt sich auf eine nachhaltige Entwicklung in jedem Fall zerstörerisch aus. Aus diesem Grund achten die Staaten die völkerrechtlichen Bestimmungen über den Schutz der Umwelt in Zeiten bewaffneter Auseinandersetzungen und arbeiten, soweit erforderlich, zusammen an deren Weiterentwicklung.

Grundsatz 25

Frieden, Entwicklung und Umweltschutz sind voneinander abhängig und untrennbar.

Grundsatz 26

Die Staaten legen alle ihre Streitigkeiten im Umweltbereich friedlich und mit den geeigneten Mitteln im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen bei.

Grundsatz 27

Die Staaten und Völker arbeiten im guten Glauben und im Geist der Partnerschaft bei der Erfüllung der in dieser Erklärung enthaltenen Grundsätze sowie bei der Weiterentwicklung des Völkerrechts im Bereich der nachhaltigen Entwicklung zusammen.



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Nachhaltige Entwicklung (sustainable development)

von Buergerprojekt @ 23. Jan. 2007

Nachhaltige Marktwirtschaft
Die in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte vorwiegend ausgeübten Wirtschaftssysteme "Freie Marktwirtschaft", "Soziale Marktwirtschaft" und "Zentralverwaltungswirtschaft“ (landläufig auch Planwirtschaft genannt) zeigen auf, dass diese Systeme an ihre Grenzen stoßen, weil sie kein ganzheitliches Bild des globalen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und umweltrelevanten Handelns betrachten.

Je nach ideologischer Vorstellung werden der Monetarismus, der Keynesianismus oder der Marxismus als Grundlage für ein wirtschaftliches Geschäftsmodell genutzt, um zu versuchen, Wachstum und Wohlstand zu mehren.

Bei diesen und anderen Denkmodellen geht es im Wesentlichen nur um die Märkte für Güter- und Dienstleistungen, Märkte für Geld und Kapital(-verkehr) oder um Arbeitsmärkte. Es wird versucht, die Märkte für Gesundheit und Renten als Sozialmärkte einzubeziehen. Letztlich sind Sozialmärkte aber auch nur Teilmärkte der vorgenannten drei Markttypen. Ein ganz wesentlicher Markt wurde in diesen Betrachtungen bisher weitgehend außer Acht gelassen: der Umweltmarkt. Da die Umwelt selbst keine Kostenrechnung aufstellen kann, wird ein wesentlicher Teil der Kosten, die bei der Beschaffung, Herstellung und dem Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen entstehen, nicht berücksichtigt. Diese externen Kosten werden in der volkswirtschaftlichen wie auch in der betriebswirtschaftlichen Gesamtrechnung sträflich vernachlässigt.

Die Schwächen der drei vorgenannten Wirtschaftssysteme liegen offenkundig in der Tatsache begründet, dass man die Umwelt bisher nicht als Marktteilnehmer wahrnehmen will. Alles Handeln - Tun oder Unterlassen - findet statt zwischen Menschen, Unternehmen, Staaten und Organisationen. Markt findet dort statt, wo jemand eine Forderung stellen kann, meistens in Form von Geld. Da die Umwelt keine Rechnung stellt, bleibt Sie als Marktteilnehmer bisher unbeachtet.

Mit dem Begriff „Nachhaltige Marktwirtschaft“ wird auch der Marktteilnehmer Umwelt in das marktwirtschaftliche Geschehen eingebunden. Leider gibt es bis heute (Stand Januar 2007) in der wissenschaftlichen Diskussion noch keine Persönlichkeit, die Nachhaltige Marktwirtschaft zu erklären versucht. Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung lassen sich erst dann ernsthaft weiterentwickeln, wenn die bisherigen Marktteilnehmer bereit sind, anzuerkennen, dass Umwelt einen Preis hat.

Umwelt ist hierbei weit reichend zu definieren. Ob es um Ressourcen und deren Beschaffung geht, um die Verteilung der Ressourcen, ob es um unser Verhalten beim Energieverbrauch geht oder deren Nutzungsarten. Der Umgang mit der Natur - Flora wie Fauna – oder unsere Bereitschaft, Klima schädigendes Verhalten hinzunehmen oder einzudämmen, all diese Aspekte sind zu berücksichtigen.

Umwelt bedeutet aber auch Rücksichtnahme auf andere Regionen und Gesellschaften, sei es bei der Beanspruchung von Ressourcen oder der Herstellung und Verteilung von Gütern, Dienstleistungen aber auch Kapital. Nachhaltige Marktwirtschaft ist ein komplexer Begriff, der hoffentlich bald von vielen Autoren weiterentwickelt wird, damit er Einzug in die gesellschaftlichen Lebensweisen findet und sich die Wissenschaft endlich fundiert mit der „Königin der Marktwirtschaft“ – „Nachhaltige Marktwirtschaft“ beschäftigt.

Schon der Begriff in seiner Ursprünglichkeit selbst: „nach - halten - Markt – wirtschaften“ gibt ein Selbstverständnis:

Nach:
Bei jeder heutigen wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Handlungsweise wird auch die Frage nach den Folgen dieser Handlungsweise für die Zukunft gestellt.

Halten:
(Nach)halten ist hier im Sinne von Erhalten zu verstehen. Jedes Tun oder Unterlassen hat Auswirkungen auf die Umgebung. Wenn diese individuelle Handlung positiv auf die Umgebung wirkt durch Schaffung von Mehrwert und Wachstum, kann sich Marktwirtschaft entfalten. Wird aber, wie es bisher geschieht, außer Acht gelassen, dass dieser vordergründige Mehrwert auch negative Auswirkungen hat (z.B. Klimawandel) und den Preis dafür andere zu bezahlen haben, dann entsteht kein wirklicher Mehrwert. Profit einzelner Marktteilnehmer zu Lasten anderer, die das Geschäft nicht beeinflussen können, ist nicht nachhaltig (für die Gesellschaft und die Umwelt).

Markt:
Es gibt dutzende Definitionen von Markt. Unstrittig sollte sein, dass ein Markt funktionieren sollte, insbesondere um einen Mehrwert für die Individuen aber auch für die Gesellschaft zu erreichen. Monopolmärkte zeigen Marktversagen an. Insbesondere bei den Ressourcen (Öl, Gas, Kohle, Uran) und deren Vertriebsstrukturen kann man in der Neuzeit die Fehlentwicklungen - auch aufgrund politischer Fehleinschätzungen - erkennen. Die Energiegewinnung, Energiebereitstellung und Energieversorgung sind eine entscheidende Grundlage jedes Wirtschaftssystems, deshalb wirken sich die weiter voranschreitenden Monopolisierungen in diesen Bereichen letztlich negativ auf die Wirtschaftssysteme aus.

Wirtschaft:
Im Sinne von wirtschaften, haushalten. Dies bedeutet eben auch neue Wege gehen. Die bisherigen Marktteilnehmer müssen mehr die Wechselbeziehungen beachten. Durch die Globalisierung ist wirtschaftliches Handeln komplexer geworden. Insbesondere müssen die Marktteilnehmer (Menschen, Unternehmen, Staaten, Organisationen) anerkennen, die Umwelt als neuen Marktteilnehmer vollständig in ihre betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Rechnungen zu integrieren. Die externen Kosten für Umwelt sind in der Praxis doch schon längst teilweise zu internen Kosten geworden. Allerdings werden die Kosten in der Regel erst dann kalkuliert, wenn sie zu einem Schaden bei einem Marktteilnehmer geführt haben oder die Marktteilnehmer durch Gesetze Auflagen erhalten.
In jüngerer Zeit tauchen neue Disziplinen in den Wirtschaftswissenschaften auf. Durch die Überlegungen in der Spieltheorie, der Hirnforschung, der Sozialforschung, wird der Versuch unternommen, die Komplexität wirtschaftlichen Handelns besser erklären zu können.

Definitionen und ausführliche Hintergründe zu den Begriffen Nachhaltigkeit und Nachhaltige Entwicklung (sustainable development) finden Sie unter www.learn-line.nrw.de

Bereits 1987 hat die von der UNO eingesetzte „Brundtland-Kommission“ versucht, Nachhaltigkeit zu erklären:

1. "Entwicklung zukunftsfähig zu machen, heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können".

2. "Eine zukunftsfähige Entwicklung ist ein Prozess der Veränderung, in dem die Nutzung der Ressourcen, die Struktur der Investitionen, die Orientierung des technischen Fortschrittes und die institutionellen Strukturen konsistent gemacht werden mit den zukünftigen und den gegenwärtigen Bedürfnissen."

Im Rahmen der UNO- Konferenz in RIO im Jahre 1992 wurde der Weg als "Nachhaltige Entwicklung" definiert. Es sollen die ökonomischen, sozialen und ökologischen Belange so miteinander verbunden werden, dass die heutigen Generationen nicht zum Nachteil der nachfolgenden Generationen handeln. Die Deklaration von RIO ist wegweisend für diese Zusammenhänge.

Präambel: Die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung zusammengekommen in Rio de Janeiro vom 3. bis 14. Juni 1992, in Bekräftigung der am 16. Juni 1972 in Stockholm verabschiedeten Erklärung der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen sowie in dem Bemühen, darauf aufzubauen, mit dem Ziel, durch die Schaffung von neuen Ebenen der Zusammenarbeit zwischen den Staaten, wichtigen Teilen der Gesellschaft und der Bevölkerung eine neue und gerechte weltweite Partnerschaft aufzubauen, bemüht um internationale Übereinkünfte, in denen die Interessen aller geachtet werden und die Integrität des globalen Umwelt- und Entwicklungssystems geschützt wird, in Anerkennung der Unteilbarkeit der Erde, unserer Heimat und der auf ihr bestehenden Wechselbeziehungen stellt fest:

Grundsatz 1: Die Menschen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung. Sie haben das Recht auf ein gesundes und produktives Leben im Einklang mit der Natur.

Seit nunmehr 20 Jahren haben die Staaten erkannt und durch Proklamationen anerkannt, dass es notwendig ist, die derzeitigen Marktmechanismen auch in Einklang mit der Natur zu bringen. Allerdings scheint kaum eine Gesellschaft bereit zu sein, den Preis für diese Einsicht anerkennen zu wollen.

Im November 2006 wurde der „Stern-Report“ veröffentlicht, der aufzeigt, welche Folgen für unsere Wirtschaftssysteme auf uns zukommen können. Wenn wir heute nicht bereit sind, den Preis zu bezahlen, der für den wirtschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Marktwirtschaft und den Energiewandel zu bezahlen ist, werden wir mehrfach diese Kosten zu tragen haben. Allein die durch die Monopolwirtschaft initiierten Preiserhöhungen in den Jahren 2000 bis 2006 auf den weltweiten Energiemärkten, die von Unternehmen und Börsen verantwortet wurden, reichten aus, um den Energiewandel auf erneuerbare Energien in den nächsten 20 Jahren massiv voranzubringen. Obwohl es keine natürlichen knappen Märkte gab und die Rohstoffe ausreichend weltweit zur Verfügung standen, haben sich die Preise teilweise vervielfacht. Was wird erst geschehen, wenn wir bei steigender Nachfrage nach Rohstoffen auf ein tatsächlich knappes Angebot stoßen?

Nachhaltige Marktwirtschaft berücksichtigt diese Tatsache bereits heute.Politische Parteien versuchen vereinzelt die Popularität der Begriffe Nachhaltigkeit und Nachhaltige Marktwirtschaft für sich zu vereinnahmen. Dies tun Sie aber nur vordergründig, um Ihre Wählerschichten zu beruhigen. Zu nachhaltigen Reformen sind Sie nicht bereit.
In Deutschland wird dies dadurch deutlich, dass keine der angekündigten Reformen den Stempel der Nachhaltigkeit erhalten kann. Eine grundlegende Steuerreform wurde von den Interessengruppen verhindert. Die Reform der Sozialversicherungssysteme wird zu weiter steigenden Kosten führen, ohne an den Kern der Problemstellungen heranzugehen. Selbst die von der Politik erkannte Notwendigkeit der Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Rahmen der zweiten Handelsperiode von 2008 bis 2012 führt zu heftigem Streit mit der Monopolindustrie. Durch die globalisierten Strukturen der Großunternehmen sind die Handlungsmöglichkeiten einzelner Staaten eingeschränkt. Ordnungspolitik einzelner Gesellschaften ist nur noch schwer durchsetzbar, da hierdurch Wettbewerbsverzerrungen befürchtet werden.
Nachhaltige Marktwirtschaft, das heißt die Einbeziehung des Marktteilnehmers Umwelt und bedeutet die Bereitschaft der Marktteilnehmer
- Menschen (z.B. heutige Sozialstaatsleistungen, Sicherung auch für künftige Generationen),
- Unternehmen (z.B. Produktionskostenkalkulation incl. der Umweltschäden durch Produktionsverfahren bei Herstellung und Vertrieb, Transportkosten),
- Staaten (z.B. Fehlentwicklungen in der Steuer- und Abgabenpolitik korrigieren) und
- Organisationen 1. staatliche Organisationen (z.B. Durchsetzung von als notwendig erkannten Maßnahmen zum Klimaschutz durch EU, UNO u.a.) und 2. private Organisationen (z.B. Stiftungen, die ihr Anlageverhalten der Stiftungsvermögen nach ethischen Maßstäben ihres Stiftungszweckes überprüfen),
zugunsten der Gesamtheit aller Marktteilnehmer, eigene Bedürfnisse zu begrenzen.

Der Mensch steht im Mittelpunkt … im Einklang mit der Natur (Grundsatz 1 der Deklaration von Rio 1992). Dieser Standpunkt sollte in einer modernen Betriebs- und Volkswirtschaftslehre endlich Einzug finden und in politischen Handlungsanweisungen aktiv vorangebracht werden.

Autor:
Dietmar Helmer im Januar 2007
Weblinks:
www.nachhaltigkeit.at
www.nachhaltigkeit.info
www.nachhaltigkeitsrat.de
www.learn-line.nrw.de
www.runic-europ.org
www.nachhaltige-marktwirtschaft.info
www.buergerstrom.org



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I N N O V A T I O N   U N D   W A C H S T U M 

Die schöpferische Kraft, die in unserer Gesellschaft steckt, kann aufgrund der starren und mächtigen Strukturen derzeit nicht richtig entfaltet werden.

Leider fehlt es bei vielen bedeutenden Entscheidungsträgern am Mut, neues Denken zuzulassen.

Es wäre schön, wenn Einsichten sich nicht erst dann durchsetzen, wenn man gar nicht mehr anderes entscheiden kann.
Mit der nötigen Weitsicht könnte man heute bessere Entscheidungen für alle Beteiligten treffen.

Dietmar Helmer im Oktober 2006


Eine neue wissenschaftliche Erkennntis lässt sich gewöhnlich nicht so darstellen, dass ihre Gegner überzeugt sind. Diese sterben vielmehr aus, und eine nachwachsende Generation ist von Anfang an mit der Wahrheit vertraut. Max Planck (1858-1947)



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