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Fortschrittsbericht 2008
Der Apfel - Ein Bekenntnis zur Marktwirtschaft


Der Apfel - Ein Bekenntnis zur Marktwirtschaft

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Der Apfel (Teil I) - Die reife Frucht der Marktwirtschaft

Die Marktwirtschaft ist wie ein reifer Apfel. Sie/Er kann süß oder sauer schmecken. Die letzten Jahrzehnte waren die Sorten „Golden Delicious“ oder „(W)El(t)star“ besonders beliebt.
Was geschieht, wenn ein gepflückter Apfel liegen bleibt? Manche Äpfel werden oder sind wurmig. Andere Äpfel bekommen Druckstellen und faulen an. Die freie Marktwirtschaft (free market economy) ist ein solch liegen gebliebener mittlerweile wurmiger Apfel, wobei in den letzten Jahren sogar der Kern in Gefahr geraten ist. Die soziale Marktwirtschaft (social market economy) ist ein Apfel mit verschiedenen faulenden Druckstellen, die durch jahrzehntelanges ständiges Abtasten und Durchdrücken von übermäßigen (An-)forderungen verursacht wurden und verschiedenen Pilzen einen günstigen Ansatzpunkte für deren Verbreitung lieferten.

Beide Äpfel sehen deshalb nicht mehr ganz frisch und knackig aus. Es wurde in den letzten Jahrzehnten sowohl bei der Freiheit als auch bei der Solidarität sehr viel Gift gespritzt, sodass es erforderlich wird, auf den ökologischen Anbau zurückzugreifen. Wir sollten bedenken, dass die beiden Äpfel der Freiheit und des Sozialen dennoch oder gerade durch ihre Reife ein besonders wohlschmeckendes süß-saures Aroma entfaltet haben.

Einige verschwenderische Zeitgenossen meinen, dass diese beiden Äpfel auf den Kompost der Geschichte gehören. Wer will denn schon alte, verwurmte oder angefaulte Äpfel essen?
Menschen, die so denken, haben keine Ahnung davon, wie wertvoll und lecker diese beiden Äpfel sein können, wenn man etwas mit ihnen anzufangen weiß. Sie betrachten nur das oberflächliche Erscheinungsbild des Apfels und nicht den Apfel in seiner Gesamtheit und seiner nachhaltigen Entfaltungsmöglichkeiten.

Die Marktwirtschaft hat sich als sehr erfolgreiches System bewährt. Wir sollten die Reife dieser Äpfel entsprechend würdigen. Wir müssen die Äpfel vor dem weiteren Verzehr aufschneiden und schauen, wie viel Gutes in Ihnen steckt. Die Würmer der freien Marktwirtschaft und die faulen Druckstellen der sozialen Marktwirtschaft schneiden wir weg und bringen beides zu einer Endlagerstätte, wohl wissend der Gefahr, dass uneinsichtige Zeitgenossen diese Apfelteile jederzeit wieder zu den gesunden Bestandteilen der Äpfel zurückbringen könnten.
Die restlichen Bestandteile der Früchte, die leicht 80 vom Hundert der Apfelmenge ausmachen, schneiden wir klein und bereiten daraus einen leckeren Apfelkuchen. Diejenigen, die den puren Apfel auch mit seinen Schwachstellen nicht zu schätzen wissen, sind genauso uneinsichtig, wie es die Vertreter der reinen Lehre der beiden bisher etablierten Marktwirtschaftskonzepte sind. In deren Denkstrukturen fehlt die Nachhaltigkeit (sustainability).

Zu erkennen, welch phantastische Frucht auf dem Teller der Zeitgeschichte liegt und der Menschheit einen leckeren Apfelkuchen zu servieren, das ist die Aufgabe künftiger Weltfinanzgipfel und Weltwirtschaftsgipfel. Allerdings sollten zu diesen Treffen auch echte Apfelkuchenbäcker eingeladen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass bestenfalls nur die alten Rezepte aus der freien oder sozialen Marktwirtschaft auf den Tisch kommen. Möglicherweise werden bei dieser Gelegenheit die vorhandenen Äpfel von einigen Zeitgenossen sogar ganz verdorben. Erschreckende Rezepte wurden bereits aus den Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich veröffentlicht. Weitere schlechte Rezepte werden folgen. Einen Apfelkuchen aus fauligen und wurmigen Äpfeln mag niemand essen. Wenn aber noch weitere Krankheiten dazu kommen, verderben die Äpfel ganz. Leider ist noch keine ernst zu nehmende und ehrliche Bereitschaft für nachhaltige Veränderungen in der Politikwelt und Finanzwelt zu erkennen. Es ist für die Akteure schwer einzusehen, dass die Äpfel dieser Welt nicht nur wenigen gehören und künftig fairer verteilt werden müssen.

Zwei Äpfel reichen nur für sehr wenige Menschen, um kurzfristig satt zu werden. Ein Apfelkuchen vertreibt schon einer größeren Gruppe mittelfristig den Hunger.
Diese Gruppe von Menschen wird motiviert sein, weitere Apfelkuchen zu backen. Deshalb werden die Kerne der beiden Äpfel freie und soziale Marktwirtschaft in den Erdboden gepflanzt. Durch natürliche Züchtung werden die Menschen eine neue Apfelsorte kreieren - den „Delicious Star“ - nachhaltige Marktwirtschaft. Es wachsen neue Apfelbäume und kluge, weitsichtige, nachhaltig orientierte Menschen werden neue Apfelkuchen backen und andere kreative Köstlichkeiten aus Äpfeln schaffen. Das ist das Geheimnis der wundersamen Apfelvermehrung.

Die neue Apfelsorte wird die nachhaltige Entwicklung (sustainable development) der Marktwirtschaft fördern. Diese Apfelsorte „Nachhaltige Marktwirtschaft“ (sustainable market economy) wird widerstandsfähiger gegen Druckstellen, Pilze und Würmer sein. Sie ist garantiert aus ökologischem Anbau. Sie ist bezahlbar, da niemand allein das Patent auf die neue Apfelsorte beanspruchen kann sowie mit Renditen ausgestattet, die nicht nur in reinem Geldwert bemessen sind. Und sie ist sozial, da alle eine faire Chance erhalten, ein Stück vom Apfel zu erhalten.
Und wenn heute alle glauben, dass die Marktwirtschaft am Ende ist, so sage ich euch: „Kommt zusammen und lasst uns einen Apfelkuchen backen.“

Dietmar Helmer
www.buergerstrom.eu
Pattonville, den 29.10.2008



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Der Apfel (Teil II) - Die möglichen Folgen der derzeitigen Therapiekonzepte der Regierungen

Seit spätestens September 2008 wissen wir, dass in der Apfelkiste „Marktwirtschaft“ ein paar faule Äpfel liegen. Einige Berater der Regierungen sind diejenigen, die die faulen Äpfel in die Kiste gelegt haben und die Regierungen lassen es weiter zu, dass diesen faulen Äpfeln nichts passiert. Man weigert sich oder verhindert, dass richtige Diagnosen gestellt werden. Der Finanzmarkt ist von einer Virusinfektion befallen und wir bekämpfen diese bisher nur mit Antibiotika: Geld, Geld und noch mehr Geld. Dabei wundern sich die Politiker und viele andere, warum der Patient nicht endlich gesundet, damit doch in der zweiten Jahreshälfte 2009 der Aufschwung wieder kommt.
Deshalb ist es an der Zeit, grundsätzlich zu fragen, was mit der Kiste voller leckerer Äpfel passieren kann, wobei diese Früchte die Teilbereiche der Marktwirtschaft darstellen.

1. Der faule Apfel gesundet, weil alle anderen Äpfel ja auch gesund sind.
Hier bewegen wir uns im Bereich der Wunder.
2. Der faule Apfel trocknet allein vor sich hin, bis er Dörrobst ist, ohne die gesunden Äpfel zu infizieren. Dann sind wir im Bereich des Zufalls.
3. Der faule Apfel befällt andere gesunde Äpfel, bis viele oder alle Äpfel zu Faulen beginnen. Dann sind wir im Bereich der Wahrscheinlichkeit.

4. Einige Finanzinnovationen der Investmentbanker und deren Vasallen, den Hedgefonds, sind solch faule Äpfel in der Marktwirtschaft. Jeder Landwirt weiß, dass man faule Äpfel aussortieren muss, damit die restlichen Äpfel gesund bleiben, d.h. die Marktwirtschaft insgesamt.
5. Die Banken und andere Finanzinstitutionen leiden, nachdem sie sich die Bäuche mit faulen Äpfeln voll gegessen haben, entweder an Verstopfung, wie z.B. Eigenkapitalschwäche und stockender Interbankenhandel oder an Durchfallerkrankungen durch toxische Wertpapiere.
6. Allerdings konzentriert sich die Politik und die Finanzwirtschaft weitestgehend auf die faulen Äpfel, um sie zu therapieren, zu pflegen und zu versuchen, die Fäulnis vom Apfel zu entfernen, ohne den Apfel selbst zu entfernen.
7. Es werden hunderte Milliarden an Therapiekosten verursacht, ohne dass die faulen Äpfel gesunden können, weil keine Diagnose gestellt wird und somit die falschen Medikamente verschrieben werden. Unter dieser Last bricht jedes Krankenversicherungssystem zusammen und die Solidargemeinschaft wird bis an den Rand der Möglichkeiten strapaziert und ggf. darüber hinaus.
8. Die faulen Äpfel sollen auch noch eine Kur bekommen und für mehrere Jahre in Pflegeheime („Bad Bank“, „Zweckgesellschaft“) gebracht werden. Außerdem werden die Finanzinnovationen von den größten Kapazitäten in der Politik, der Finanzwirtschaft und der Wissenschaft begutachtet und als finanzmedizinisches Wunder und Jahrhundertereignis zur Schau gestellt.
9. Die faulen Äpfel erhalten in der Fachliteratur eigene Namen und werden als „toxische Wertpapiere“, „Giftmüll der Finanzindustrie“ oder „Rettungspakete“ in die Geschichtsbücher eingehen.
10. Diese Therapie wird in den nächsten Jahrzehnten weitere hunderte Milliarden an Euro / Dollar verschlingen, weil uns die Verursacher der Krankheit einzureden versuchen, dass wir an ein Wunder glauben sollen.
11. Die Äpfel der Autoindustrie sind bereits von der Fäulnis der Finanzinnovationen infiziert und die Seuche scheint sich weiter auszubreiten. Auch hier werden die Regierungen mit dem bekannten Antibiotika „Geld“ versuchen, den dringend notwendigen Strukturwandel hinauszuziehen.
12. Derweil leiden die Volkswirtschaften weiterhin an Durchfallerkrankungen, wie übermäßiger Staatsverschuldung, Inflationsrisiken, ungewollten Staats-beteiligungen und dem „Schwarze-Löcher-Syndrom“.
13. Das wirklich Erdrückende ist, dass der verdorbene Apfelbrei auch von den heute noch nicht geborenen Generationen geschluckt werden muss, ohne dass unsere Kinder jemals die Chance haben, dieses Menü abzulehnen.
14. Am Ende des derzeitigen Therapieversuchs können die Staaten letztlich einen Wunderapfel in die Kiste legen, der alle anderen Äpfel entsaften lässt. Es wäre nicht das erste Mal, dass das Volk um seinen Wohlstand betrogen wird.

Warum nach meiner Auffassung mit der aktuellen Therapie keine nachhaltige Lösung gefunden wird, soll folgende „Kurzgeschichte“ aufzeigen, die aus Zitaten von Albert Einstein zusammengesetzt und von mir adaptiert ist.
Eine Bank auszurauben, das sind Dilettanten. Profis gründen eine Bank. (Hedgefonds, Equity- oder Zweckgesellschaften) Wozu Socken (Hedgefonds, Equity- oder Zweckgesellschaften)? Sie schaffen nur Löcher! Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern, als ein Atom. (moderne Finanzinnovationen)
Wer es unternimmt, auf dem Gebiet der Wahrheit und der Erkenntnis als Autorität aufzutreten, scheitert am Gelächter der Götter. (Bank-, Hedgefondsmanager und der Verteidiger der Finanzinnovationen) Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, (war doch keiner, ist alles „unvorhersehbar“ gewesen; alle sind Schuld; wir sind alle nur Opfer des Systems) sondern von denen, die das Böse zulassen. (Die Politik lässt sich von den falschen Leuten beraten und wird am Ende erstaunt sein, warum so viele Ziele nicht erreicht werden. Wachstumseinbrüche und steigende Arbeitslosigkeit werden trotz der vielen 100 Milliarden Euro / Dollar nicht verhindert werden.) Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. (Die aktuellen Probleme der Finanz- und Wirtschaftskrise werden mit dem vielen neu zu druckenden Geld nicht gelöst. Es werden vielmehr bereits heute die Probleme der Zukunft geschaffen. Die aktuelle kurzatmige (Geld-)Politik ist eine schwere Hypothek für die Nachhaltigkeit. Die Ursachen der Krise werden bisher überhaupt nicht angemessen analysiert und bekämpft.)

Dietmar Helmer
www.nachhaltige-marktwirtschaft.info
Pattonville, 01. März 2009



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